Wasser – eines der größten Geschenke

Als ich noch in Deutschland war, habe ich Wasser nie wirklich geschätzt. Ja klar, Mama hat immer gesagt wir sollen kein Wasser verschwenden… Natürlich habe ich nie meinen Wasserhahn beim Zähneputzen angelassen oder die „Stop-Taste“ der Klospülung verwendet,… Aber all diese Dinge habe ich nicht gemacht, weil ich Wasser als eines der wertvollsten Güter der Welt angesehen habe, sondern weil ich so erzogen wurde.

Als ich hier, nach Südafrika, kam,  hat sich das radikal geändert und das hatte genau drei Gründe.

Grund 1:

Als ich hier ankam, konnte ich in meiner ersten Woche aus Sicherheitsgründen nicht einmal das Center im Township Imbali besuchen. Dort gingen zu der Zeit heftige Proteste gegen die Regierung zugange, da seit vier Monaten kein Wasser aus den Leitungen kam. Natürlich sind die Menschen im Township ein minimalistisches Leben gewöhnt. Es gibt keine Duschen sondern man wäscht sich in einem Wachzuber. Die Menschen dort bauen ihre Klos auch nicht ohne Grund in einem kleinen separaten Häuschen etwas von Haus entfernt… Die meisten Toiletten sind Plumsklos und werden nicht gespült. Ein dementsprechendes Düftchen wird also verbreitet und der Abstand zum Haus ist definiv sinnvoll 😛 Das Schlimmste war jedoch, dass kein Trinkwasser da war. So konnten Kinder oft nicht in die Schule weil sie beim Wassertransport von der weit entfernten Wasserquelle helfen mussten. Die Not um Wasser war ein tägliches Problem. Da unser Zentrum auch in diesem Township gebaut ist, hatten wir auch kein Wasser. So mussten wir zu Anfang immer Wasserkanister aus der Stadt mitbringen für Trinkwasser und Wasser zum Spülen, etc. Irgendwie hat trotzdem immer alles geklappt, in Deutschland wären alle wahrscheinlich ersteinmal aufgeschmissen und nichts würde mehr laufen…

Grund 2:

Anfangs hatte ich schon auf der Arbeit kein Wasser, wie eben erzählt. So richtig bewusst wurde es mir aber, als wir auch zuhause kein Wasser hatten. Gottseidank kommt das nicht sehr häufig, und wenn dann auch nur für ca. einen Tag lang, vor. Das heiß allerdings kein duschen, putzen, waschen, kochen, Tee, Toilette spülen,…  Das schlimmste war aber, dass wir kein Wasser mehr zum Trinken hatten! Da komme ich auch schon zu Grund Nummero 3.

Grund 3:

Wasser als lebensnotwendiges Mittel unseren Durst zu stillen. Um erlich zu sei, in Deutschland habe ich quasi nie Leitungswasser getrunken. Wasser aus der Leitung war zum Duschen, Putzen, Spülen, Giesen, Spielen,… da. Aber getrunken wurde so gut wie immer Wasser aus Flaschen. Als ich dann hierhergekommen bin, hat sich das geändert, da Mineralwasser hier eine Rarität ist. Außerdem lebe ich als Volunteer hier, nicht gerade mit einem Überschuss an Geld, dh.  es wird gespart wo es nur geht (und das vorhandene Geld dann manchesmal lieber für andere Flüssigkeiten ausgegeben 😛 😛 :P). Erstmals habe ich Wasser also auch als ein überlebenswichtiges Konsumgut angesehen. Eines der größte Geschenke Gottes.

 

Wasser ist für mich jetzt etwas sehr sehr wertvolles, und ich werde definitiv weiser damit umgehen. Ich bin mir sicher, dass es noch einige Situationen in meinem Leben gibt, wo ich wassersparender handeln kann. Vielleicht hat auch dich dieser Eintrag angeregt mal über dein Wasserkonsum nachzudenken.

Lebst du Wasser-weise?

Schätzt du Wasser?

 

 

 

 

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